Geburt der Kamera

WO WISSENSCHAFT UND KUNST SICH PAARTE


Der Erfinder Werner Kraus bekommt den Auftrag, für Daimler-Benz eine fotografische Technik zu entwickeln, die es schafft, die Einspritztechnik und das Zündungsverhalten des Wankelmotors zu dokumentieren. Da optische Linsen nicht die erforderliche Lichtstärke und Präzision vorweisen, um auf eine Länge von 2 Meter und mehr unverzerrt abzubilden, konzipiert Kraus Berechnungen für eine spezielle, auf Spiegeln basierende Optik. Die blitzschnellen Prozesse, die im Wankelmotor vor sich gehen, konnten so originalgetreu festgehalten werden.

Daimler-Benz war glücklich mit dem Patent, Kraus jedoch nicht: seine Erfindung fristete ein einsames Dasein im Versuchskeller des Autokonzerns. Kurzerhand entschloss sich der Erfinder, die eigens konzipierte Optik auf eine andere Art zu nutzen.
Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund, dem Künstler Erhard Hößle, konstruierte Kraus eine Kamera, die es dank ihres Objektivs möglich machte, Menschen in einem Größenverhältnis von eins zu eins ohne Verzerrungen abzubilden. Gebannt auf einem speziellen Direkt-Positiv-Papier konnte das lebensgroße Portrait binnen 10 Minuten entwickelt werden. Somit war die größte begehbare Fotokamera der Welt, die Kamera IMAGO 1:1, geboren.