Auf der Suche nach dem verlorenen Papier

 

Wer sollte das spezielle Umkehr-Positivpapier, dass die IMAGO 1:1 benötigt, herstellen?

Die digitale Revolution der Fotografie war voll im Gange und jemanden zu finden, der in dieser Zeit an die Zukunft eines analogen Spezialpapiers glaubte, war so gut wie unmöglich. Doch Susanna Kraus ließ nicht locker. Sie telefonierte mit Firmen in den USA, China, Frankreich, Deutschland und hörte von allen nur dasselbe: zu teuer sei die Produktion, das Wissen um die Emulsion längst verjährt, der Markt für analoge Fotografie dem Untergang geweiht.

Nach monatelanger Suche fand Kraus schließlich einen Wissenschaftler der Firma Ilford Imaging Switzerland, dessen Leidenschaft für das Projekt entbrannte. Die entscheide Hilfe kam von dem Fotografen Floris Neusüss, der Susanna Kraus mit Jean-Noel Gex von Entwicklungsabteilung von Ilfords zusammenbrachte.

Nach mehreren Monaten Experimentierzeit rührte er eine Emulsion, die funktionierte. In Zagreb fand Kraus schließlich die kleine Firma Fotokemika, die noch über die alten deutschen Spezialmaschinen verfügte, um die Mixtur auch in kleinen Mengen auf das Fotopapier gießen zu können.

Das „Kraus Silber Gelatine Umkehrpapier“ war fertig.

Und dessen einziger Abnehmer war vorerst Susanna Kraus selbst. Versorgt mit Treibstoff konnte nun die IMAGO 1:1 endlich wieder in Betrieb genommen werden.

Hier rechts die allerersten Imagogramme nach 35 Jahren.