Ruhm und Ehre

 

Es dauerte nicht lange, bis das künstlerische Potenzial des magischen Apparats erkannt wurde. Bald kannte ganz München die IMAGO 1:1. Berühmtheiten wie die junge Iris Berben ließen sich ablichten, Galerien und Kunstsalons stellten unter großem Publikumsandrang die einzigartigen Fotografien aus.

Modedesigner entdeckten sie für die Präsentation ihrer neuen Kollektionen. Auf großes Interesse stieß die Kamera auch bei Psychoanalytikern, die ihre Patienten kurzerhand zum Selbstportrait schickten. Wer auf der Suche nach dem eigenen Selbst ist, bekam in der IMAGO 1:1 die Antwort – oder zumindest ein Abbild davon.

Die Fachwelt eroberte die Kamera spätestens im Jahr 1976 auf der Photokina in Köln, der  wichtigsten Fachmesse für Fotografie. Weder die Konzernbosse aus Japan und den USA, noch das weltweit angereiste Fachpublikum hatten jemals so ein Ding gesehen.
Die Technik war simpel und das Schwarzweiß-Umkehrpapier seit Jahren bekannt. Doch keiner kam bis dato auf die Idee, all das in einer begehbaren Kamera, die aussieht wie eine Dampflok aus dem wilden Westen, zusammen zu führen. Während die Experten von der außergewöhnlichen Idee begeistert waren, übten die Fotografien der IMAGO 1:1 gleichermaßen eine magische Anziehung auf die Betrachter aus.